Thema: Genossenschaftliches Wohnen

, Wettbewerb 2019, 3. Preis

Köchlistrasse

Die Quartiererhaltunszone, mit ihrer „mehrheitlich geschlossenen Bauweise von hoher Dichte des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts mit prägnanten Strassenräumen“ (BZO) zeigt sich an der Köchlistrasse mit ihrer Bebauung der 60er bis 80er-Jahre von ihrer heterogensten Seite. Das Fragmentarische, insbesondere in der unmittelbaren Nachbarschaft der Köchlistrasse 5/7 macht derweil die Qualität der schmalen Wohnstrasse aus; sie stellt geradezu eine Antithese zu rein neoklassizistischen Interpretationen des Themas Hofrandbebauung dar.

Der Entwurf setzt an diesem Punkt an: Die Grundstruktur basiert auf einem Raster, das an die klassizistische Typologie erinnert, wobei die Strenge des traditionellen Grundrisses aufgebrochen wird. Eine durchlässige Schotenstruktur erlaubt die verschiedensten Bezüge sowohl in Querrichtung wie auch zwischen Hof und Strasse und ermöglicht vielfältige Grundrissvarianten.

, Wohn- und Gewerbeüberbauung, Studienewettbewerb 1. Preis, ab 2017

Obere Allmend – Manegg

In der Manegg, einem ehemaligen Industrieareal im Süden der Stadt Zürich, soll ein durchmischtes Stadtquartier nach den Kriterien der 2000-watt-Gesellschaft neu erstellt werden.

Auf dem letzten noch unbeplanten, schmalen Grundstück am Nordende des Areals war eine hochdichte Wohnüberbauung mit Gewerbeanteil im Erdgeschoss erwünscht. Die Überbauung ist einerseits dem Lärm der stark befahrenen Sihltalstrasse ausgesetzt, profitiert auf der Westseite dafür von der Lage direkt am Fluss.
Die Aufteilung in vier Gebäudekörper schafft einen städtebaulichen Rhythmus und Hauseinheiten, die sich an der Massstäblichkeit der anderen Bebauungen orientieren. Über einem massiven Sockel liegen acht Wohngeschosse, die sich mit der Landschaft verzahnen und trotz ihrer Grösse eine Leichtigkeit ausstrahlen sollen.

, Ersatzneubau mit 167 Wohnungen, Zürich 2009-2016

Siedlung Triemli 1

Die lockere, über die Jahrzehnte im Triemliquartier gewachsene Bebauungsstruktur wird in verdichteter Form fortgesetzt. Entlang der beiden stark befahrenen Strassen setzen zwei lange Gebäudekörper einen neuen Akzent und schirmen den Hofraum der Siedlung ab. Die unterschiedliche, städtebauliche Wichtigkeit der beiden Strassenräume kommt in verschieden hohen Gebäudekörpern zum Ausdruck. Nach dem Umbau zur Allee wird die Birmensdorferstrasse zur städtischen Achse, die nach entsprechend starken Gebäuden verlangt. Die Hauptschnittstelle zum städtischen Raum liegt an der aufgebrochenen Ecke bei der Kreuzung der beiden Strassen. Von dort gelangt man über eine diagonale Hauptverbindung in einen parkartigen Hofraum. Diese Wegverbindung schafft auch die Beziehung zum Neubau der Genossenschaft Rotach und zur Paul Clairmont-Strasse. Der Hof wird geprägt durch fünf gleichfalls unterschiedlich hohe Punkthäuser, die einerseits Bezug nehmen zur bestehenden, aufgelockerten Bebauung in der unmittelbaren Umgebung. Anderseits sorgt die gestaffelte Anordnung für Transparenz innerhalb der Siedlung und gibt den Wohnungen Aussicht oder zumindest einen grossen Himmelsanteil.

, Studienauftrag 2015

Manegg Mitte

WOHNEN AN DEN SIHLAUEN

Unsere Überbauung nimmt die vorhandene und zukünftige Maßstäblichkeit der Nachbargebäude auf und wird, als Ort mit eigener Atmosphäre, Teil des neuen Quartiers. Drei Häuser bilden ein städtebauliches Ensemble, das in der Auenlandschaft einen weiten, grosszügigen Hofraum ausspart, an dem alle Wohnungen Anteil haben. Das bestehende GDZ Gebäude fügt sich dabei auf selbstverständliche Art und Weise in diese Figur. Das BEP Gebäude orientiert sich auf den ruhigen Hofraum und schliesst diesen zur Strasse hin ab. Das Steiner Haus schliesslich, knickt im Süden leicht aus und ermöglicht so im Norden und Süden eine Öffnung des Aussenraumes zu den benachbarten Grundstücken hin. Auf der Flussseite erfährt der Auenraum durch diesen Knick eine Ausweitung. Ein Wegnetz durchzieht den Hofraum und bindet diesen an den Flussraum, an die seitlichen Stichstrassen und über die Hauptstrasse an die S- Bahn Station an. Dieses Wegnetz schafft, zusammen mit der Landschaftsgestaltung, eine Verbindung zwischen den beteiligten Bauherrschaften, wobei sich Teile der Aussenräume klar den jeweiligen Bauträgern zuordnen lassen. Die Tiefgarage wird seitlich und diskret über eine Einfahrt im GDZ Gebäude erschlossen.

Das langgezogene Gebäude (Steiner AG) bietet allen Wohnungen einen weiten, gleichwertigen Ausblick in den Flussraum und auf der anderen Seite in den Hofraum. Im Erdgeschoss führt die Erschliessung hofseitig entlang den Nebenräumen zu den zweigeschossigen Eingängen. Auf der Flussseite finden sich die Duplexwohnungen, die im ersten Obergeschoss wiederum an beiden Aussenräumen Anteil haben. Die Geschosswohnungen spannen sich zwischen den beidseitigen Balkonen auf und zeichnen sich durch einen fliessenden Innenraum aus, der interessante räumliche Bezüge über die gesamte Tiefe des Grundrisses zulässt und je nach Bewohnerschaft verschieden interpretiert (geplant) werden kann. Das Gebäude zeichnet sich im Innern durch eine sehr einfache, sich wiederholende, Baustruktur aus, die im Äussern von einem umlaufenden und gewellten Brüstungsband gefasst wird. Mit wenigen wiederkehrenden Bauteilen wird eine Fassade mit starkem Ausdruck und angenehmer Ausstrahlung gesucht.

Die BEP Wohnungen orientieren sich alle auf den ruhigen Hofraum. Durch die auenartige Gestaltung dieses Aussenraumes haben sie indirekt Anteil am Flussraum. Die Erschliessung des Gebäudes erfolgt strassenseitig, wobei die Treppenhäuser auch am Hofraum angeschlossen sind. Im Erdgeschoss finden sich die Gewerbe-, Atelier- und Nebenräume, die eine flexible Einteilung zulassen. Im Durchgang zwischen BEP- und GDZ- Gebäude und im Übergang zum Quartier befindet sich der Gemeinschaftsraum. Die BEP Wohnungen sind kompakt geschnitten und achten auf eine gute Möblierbarkeit. Zwischen den Individualzimmern spannt sich der Hauptraum mit Küche und Wohnzimmer von Fassade zu Fassade auf. Dieser Raum wird durch Verengungen und Weitungen räumlich gegliedert. Die eingeschobenen Balkone ergeben auch in den kleinsten Grundrissen interessante räumliche Beziehungen. Auch dieses Gebäude weist eine einfache Baustruktur auf, die von einem Brüstungsband zusammengehalten wird. Dieses Band verläuft jedoch, in Unterscheidung zu dem Steiner Gebäude, ohne Wellenbewegung um das Gebäude, hält aber die beiden Gebäude über den Hofraum hinweg zusammen.

, Wettbewerb 2014

Freihofstrasse 30-36 Zürich

Das Projekt ersetzt die Abbruchäuser durch einen einfachen viergeschossigen, 14m tiefen Gebäudekörper und schliesst so den Blockrand linear ab. Strassenseitig wird mit klassischen Elementen der urbanen Architektur gearbeitet: Klare Adressbildung; Gebäudegliederung in Sockel, Mittelteil und Attika; robuste Materialisierung mit Klinker und Putz. Die Ausbildung der Fenster und Veranden geben dem Haus trotz hoher Lärmbelastung ein lebendiges Gesicht.

 Es wird auf eine für diesen Ort typische Gebäudestruktur gesetzt: Ein markanter Sockel enthält strassenseitig eine Eingangshalle, die die drei kompakten Treppenhäuser verbindet, die wie­derum pro Geschoss je zwei Wohnungen als klassische Zweispänner erschliessen. Die Ein­gangshalle schafft nicht nur ein Bindeglied quer durch das Haus, sondern bildet auch eine ein­zige Adresse. Zusammen mit dem Vorgarten entsteht ein grosszügier Raum, der Bewohner und Besucher in Empfang nimmt.

Die Wohnungstypologie basiert einerseits auf bewährten Zweispännertypen aus der Gründer­zeit, wird anderseits bedingt durch die Lärmsituation und dem Wunsch nach äusserst kompak­ten Wohnungen mit hoher Belegungsdichte weiterentwickelt. Grundsätzlich gibt es zwei Woh­nungstypen:

Die Wohnungen der Obergeschosse werden über eine Wohnküche betreten. Aus lärmtechni­schen Gründen wird dieser Zentralraum zusammen mit einem strassenseitigen Zimmer über eine Veranda belüftet. Der Zentralraum erschliesst sämtliche Schlaf- und Nebenräume und bil­det über einen leicht diagonalen Bezug zusammen mit einem Balkonzimmer auf der Gartensei­te den Wohnraum. Wahlweise kann das Balkonzimmer auch als abgeschlossenes Zimmer be­nutzt werden: als Arbeits-, Gäste-, Spiel-, WG-Zimmer etc. In diesem Fall reduziert sich der Wohn- oder Gemeinschaftsraum auf die Essküche mit südostorientierter Veranda. Diese Wohntypologie hat den Vorteil, dass sie ohne Korridore auskommt, eine hohe Belegungsdichte ermöglicht und für verschiedene Haushaltformen von der Familie bis zur WG geeignet ist.

Das Erdgeschoss ist strassenseitig sehr lärmexponiert, das Gartengeschoss ragt nur auf der Hofseite aus dem Boden. Deshalb werden die Wohnungen hier über die Eingangshalle bezie­hungsweise über einen Korridor erschlossen und orientieren sich einseitig auf den ruhigen Hof.

, Wettbewerb 2014

Wohnsiedlung Obsthaldenstrasse

Zwei ungleiche Welten prägen die Situation des Perimeters: die Welt des grünen Hanges und die Welt der grossen Strasse. Unser Entwurf geht auf diese Gegebenheit ein und versucht die zwei Seiten miteinander zu verknüpfen. Die Situation entwickelt sich für uns zunächst einmal aus dem Hang heraus: Wir schlagen drei Gebäudekörper vor, die, leicht aufgefächert, grosszügige Zwischenräume entstehen lassen. Die Häuser sind terrassiert und rhythmisieren mit ihren vorspringenden und zurückweichenden Fassaden den Aussenraum und nehmen dabei die Körnigkeit der benachbarten Bauten oberhalb des Geländes auf. Die Abtreppung, zusammen mit der Weite zwischen den Häusern, ermöglicht allen Wohnungen einen grosszügigen Ausblick über das Glatttal und durch den hohen Himmelsanteil und den tiefen Horizont eine – trotz Nordhang – optimale Besonnung. Die Häuser entlang der Wehntalerstrasse schaffen einen Übergang zwischen der Strassen- und der Hangwelt. Markante Sockelgeschosse treten strassenseitig in Erscheinung und bilden mit der entsprechenden öffentlichen, quartierbezogenen Nutzung eine klare Front. Auf den Sockeln stehen Häuser, die volumetrisch kräftiger in Erscheinung treten, aber durch ihren Ausdruck die Sprache der Hanghäuser bis an die Strasse führen. Zwischen diesen beiden Welten liegt verbindend die Obsthaldenstrasse. Eine Abfolge von verschieden genutzter Aussenräume reiht sich entlang dieser Strasse auf. Durch Aufweitungen und Verengungen wird der Raum entlang der Strasse gegliedert, es können die unterschiedlichsten Funktionen aufgenommen und miteinander verbunden werden. Auf dieser Ebene wird auch das Schulhaus, durch neue Wege und dem verknüpfenden Kindergarten-Aussenraum, an den Perimeter angebunden.

, Wettbewerb 2014

Schwamendinger Dreieck

Unterschiedliche, sich in Höhe und Grösse gleichende Gebäudekörper wechseln sich ab und stricken gleichsam das typische Schwamendinger Bebauungsmuster weiter. Die Baukörper bilden in sich ein Ensemble und nehmen die Körnigkeit der Nachbarbauten auf. Anordnung und Form der Gebäude bilden differenzierte Aussenräume, die unterschiedliche Funktionen übernehmen und vielfältige Aufenthaltsqualitäten aufweisen. So entsteht zwischen den Neubauten eine Abfolge von Erschliessungsgassen und grünen Innenhöfen.  Die Höhenstaffelung der Gebäude rhythmisiert die Anlage und dient der guten Besonnung der Hofräume und der Wohnungen. Zusätzlich wird die leichte Hanglage ausgenutzt um einem grossen Teil der Wohnungen grosszügige Aussichten und Weitblicke über das Glatttal zu ermöglichen. Die Anordnung der Häuser erlaubt vielfälltige Sichtbezüge von Gasse zu Gasse, quer zur Hangrichtung, knüpft an das bestehende Fusswegnetz der Nachbarschaft an und führt es weiter. Entlang der Dübendorfstrasse wird der Strassenraum durch unterschiedlich hohe Gebäudevolumen gegliedert.

Der Gassenraum dient der Erschliessung und somit dem gemeinschaftlichen Zusammenleben. Die räumliche Gliederung der Gassenbereiche erfolgt durch erhöhte Vorbereiche und eingefasste Grüninseln mit Blütengehölzen, die gleichzeitig als Sitzmöglichkeit dienen. Es entstehen Orte der Begegnung, des Gesprächs und für gemeinsame Anlässe. Die Hartbelagsflächen laden zum freien Spielen ein (Fahren, Malen, Hüpfspiele). Die erhöhten Vorbereiche bilden einen differenzierten Übergang zu den Wohnungen im Hochparterre und bilden Vorzonen zu den Hauszugängen. Die Gassen verbinden die Dübendorf- und die Altwiesenstrasse und sind generell frei vom motorisierten Verkehr.

Zwischen den einzelnen Gassen spannen sich zurückhaltend gestaltete und durchgrünte Hofbereiche auf, welche teilweise auch zwischen den neuen Baukörpern hindurchreichen. Diese Hofräume werden von einer umlaufenden Balkonschicht gesäumt, die die Wohnungen mit dem Grünraum verzahnen. Die mit grossen, einheimischen Bäumen bepflanzten Wiesenflächen (extensive Blumenwiesen, Spielwiesen) bieten Rückzugsmöglichkeiten und werden quer zum Hang von einem pfadartigen Wegesystem (Kiesbelag) mit Aufweitungen durchzogen. Dazwischen sind freie Spielbereiche vorgesehen, die den Bedürfnissen entsprechend ausgestattet werden können (z.B. Kleinkinderanlagen, Klettern, Balancieren, Schaukeln).

, Gesamtleistungswettbewerb auf Einladung, Zürich 2013

Hohl-/Freihofstrasse

Auf dem Geviert spannen zwei markante Gebäude einen grossen Hof auf. Die Erschliessung des Hofs erfolgt über einen Haupteingang von der Hohlstrasse und einen Nebeneingang von der Freihofstrasse. Die Siedlung bekommt an der in Zukunft noch wichtigeren Hohlstrasse eine prominente Adresse.
Das Innere der Gebäude lebt von der Spannung zwischen tragenden Wandscheiben und Leichtbauwänden. Durch die leicht zurück versetzte Lage des Hauptgebäudes können die Balkone und Wohnzimmer trotz Strassenlärm gegen die Sonne ausgerichtet werden.

, Studienwettbewerb, Dietikon 2013

Limmatfeld

Innerhalb eines Gestaltungsplanes werden die einzelnen Baufelder eines ehemaligen Industrieareales in Dietikon bebaut. Für zwei der Baufelder, die an einem Kanal liegen, haben sich zwei Bauherrschaften zusammengetan mit dem Ziel, ein über die Parzellengrenzen und Strassen hinweg reichendes bauliches Ensemble zu erhalten, dass sich zu einem räumlich Ganzen verbinden soll.

Wir schlagen eine städtebauliche Figur vor, die, durch alternierende Aussenräume, den Wunsch der Bauherrschaften umzusetzen versucht und die Baufelder untereinander verbindet und sie zugleich zum Flussraum hin öffnet. Unterschiedliche Aussenräume mit unterschiedlichen Graden an Öffentlichkeit entstehen: ein Platzraum als Schwerpunkt der Überbauung, ein Spielfeld und als Erweiterung der Uferpromenade ein Parkraum.

Um möglichst grosszügige Hauszwischenräume, respektive Aussenräume zu erhalten, haben wir die maximale Gebäudetiefe von 18 Mertern, die der Gestaltungsplan erlaubt, ausgeschöpft. So weisen die Wohnungen in der Gebäudemitte jeweils einen Raum über die gesamte Haustiefe auf. Merkmal dieses Raumes sind die seitlich vor- und zurückspringende Wände, die den langen Raum rhythmisieren und gliedern. Nischen und Eingänge entstehen. Hellere und intimere Bereiche wechseln sich ab, wobei der tiefe Raum auf den Balkon hinaus noch verlängert und mit dem Aussenraum verknüpft wird. Der Balkon ist zum Wohnraum seitlich versetzt, damit der Blick aus dem Wohnzimmer am Balkon vorbei geht und gleichzeitig die Verschattung der Fassade minimiert wird.

 

, Studienauftrag in Zürich Schwamendingen 2011

Am Glattbogen

Kontext
Drei städtebauliche Entwicklungslinien fliessen zusammen: Der Erholungsraum der Glatt, die Gartenstadt Schwammendingen, das Entwicklungsgebiet Leutschenbach.
Der Verbindung nach Leutschenbach über die Bahn wird ein grosses Potential zugetraut. Die Stadt wird die Wallisellenstrasse zum städtischen Boulevard aufwerten.

Städtebau: Plätze, Wegnetze, Höfe
Das Areal wird in fünf Baufelder aufgeteilt. Ein othogonales Netz von Strassen und Wegen ordnet das Gebiet und fasst die Baufelder. Zusätzlich rhythmisieren drei Plätze den Raum zwischen den Baufeldern und schaffen Verbindungen zum städtischen Umfeld.

Städtebau: Strategie
Die Einteilung in fünf Baufelder ist aber auch strategisch im Sinne eines sich mit der Zeit realisiernden Masterplans zu verstehen. Im Hinblick auf den langen Realisierungshorizont sind verschiedenartige Projekte denkbar.

Baufeld, Nachbarschaft
Die Gebäude werden direkt von den umliegenden Wegen und Strassen erschlossen. Im Innern schaffen ein oder mehrere Höfe mit intimem Charakter kleinräumige Nachbarschaften.

Grünräume, Vegetation
Zwei unterschiedliche Vegetationstypen treffen aufeinander: In Gruppen angeordnete Bäume mit gefiedertem Blattwerk reflektieren die Auenlandschaft der Glatt. Im Kontrast dazu stehen die Erschliessungswege in der Siedlung: Sie werden von linear und regelmässig angeordneten Einzelbäumen mit gelapptem Blattwerk begleitet. Locker gruppierte Hofbäume setzen mit ihren prägnanten Blüten, Fruchtständen und Herbstfärbung jahreszeitliche Akzente.

Haus, Wohnung
Die Gebäude reagieren innerhalb des klaren Musters der Baufelder flexibel und verspielt auf die jeweiligen äusseren Einflüsse (insbesondere den Lärm). Mit einem Muster von grossen quadratischen Räumen werden grosszügige, flexible, gut möblierbare Wohnungen generiert. Der Akzent wird auf Nutzungsneutralität und vielfältige Raumsequenzen gelegt.

, Ersatzneubau mit 79 Wohnungen, Zürich 2005–2010

Siedlung Hausäcker

Städtebaulich wird die ortstypische heterogene Bebauungsweise aufgenommen und fortgeführt. Durch Stellung und Formgebung der Gebäude ergeben sich fliessende Aussenräume und können baurechtliche Abstände minimiert werden. Die sich verengende und weitende Bewegung des Aussenraumes erzeugt Spannung und Abwechslung. Zwei Platzräume entstehen, die thematisch verschieden genutzt werden können und die bestehenden Gebäude in die Anlage einbinden. Dem Fussgänger und Bewohner eröffnen sich vielfälltige Sichtachsen und Ausblicke durch die Siedlung hindurch in das Quartier hinaus.

Das Aussenraumkonzept wird auf den Grundriss, respektive den Wohnraum übertragen. Schlafräume, Nasszellen und Treppenhäuser bilden Zimmerpakete, die einen fliessenden Raum fassen, bestehend aus Entree, Küche, Wohnraum und Balkon. Diese Typologie zeigt sich in allen Wohnungsgrundrissen. Durch die Gebäudegeometrien ergibt sich eine Vielzahl unterschiedlicher Wohnungen.

 

, Projektwettbewerb Wohnüberbauung, 2009, 7.Platz

Kalkbreite

In einem vom Verkehr umbrandeten Geviert zwischen der Badenerstrasse, der der Kalkbreitestrasse und der linksufrigen Seebahn wird eine urbane Grossform vorgschlagen. Von Aussen zeigt sich der Entwurf als  grossmassstäbliche Figur. Durch eine öffentliche Treppe gelangt man auf das Dach der unter dem Hof liegenden Tramhalle in eine Gegenwelt: einen ruhigen, grünen Dschungel.

Die Bewohner gelangen entweder über den Hof und rundum laufenden Laubengängen zu ihren Wohnungen. Oder sie benutzen auf Strassenniveau die Hauseingänge und gelangen mit dem Lift direkt zu ihren Wohngeschossen. Die Laubengänge dienen neben ihrer Funktion als Wohnungserschliessungen verschiedenen Zwecken: sie sind eine horizontal und vertikal verknüpfte Begegnungszone, sie dienen als Filter zum halböffentlichen Hof, im Sommer sind sie Brise-Soleil. Zusammen mit den frei unterteilbaren Geschossen ermöglichen sie grösstmögliche Flexibilität und somit Nachhaltigkeit.

, Projektstudie, Zürich 2012

Bäulistrasse

Das schmale und steile Grundstück bei der Fabrik Am Wasser nahe der Limmat wurde von der Stadt Zürich für Baugenossenschaften im Baurecht ausgeschrieben.

HLS haben für die Genossenschaft homelab in diesem Zusammenhang eine Bebauungsstudie und die Bewerbungsbroschüre für die Parzelle erstellt.

, Wettbewerb Wohnsiedlung in Zürich-Affoltern 2007/08, 2.Preis

Furttalstrasse

Städtebau
Unsere Bebauung unternimmt den Versuch in dem heterogenen Umfeld eine eigenständige Figur zu bilden, die sich gleichzeitig auch mit den benachbarten Räumen und Bauten verschränkt. Durch die Gebäudestellung ergibt sich ein fliessender Aussenraum, der sich mal weitet, mal verengt, Übergänge bildet und die charakteristische Durchlässigkeit des Quartiers aufnimmt. So weicht zum Beispiel das Gebäude zur Stadt hin leicht aus der Strassenflucht zurück, reagiert auf den anstossenden städtischen Raum und leitet über in den intimeren Siedlungsraum. Vielfälltige Sichtachsen und Ausblicke eröffnen sich dem Fussgänger und Bewohner.

Eine Abfolge von Plätzen unterschiedlichster Grösse und Lage strukturiert den Siedlungsraum, setzt Schwerpunkte und soll eine grosse Nutzungsvielfallt für die Bewohner und das genossenschaftliche Leben bieten.

Wohnungstypologien
Um den Gedanken der Gartenstadt zu unterstützen und eine grosse Vielfallt an Wohnungen anbieten zu können, werden in den Gartengeschossen Duplexwohnungen vorgeschlagen. 30% aller Wohnungen erhalten dadurch einen eigenen Garten. Darüber liegen die Stockwerke mit Geschosswohnungen in unterschiedlichster Grösse (Planungsflexibilität, respektive Schaltbarkeit der Zimmer).

Auf der Nordseite der Zeilenbauten liegt im Erdgeschoss jeweils eine Nutzungsschicht mit Erschliessung, Velo- und Kinderwagenräumen. Auf der Südseite, der Gartenseite, liegen die Duplexwohnungen, die je nach Lage, mal den Wohnraum im Gartengeschoss, mal, auch aus Gründen des gesetzlichen Lärmschutzes, im Obergeschoss haben. Durch das Herausschieben eines Zimmers aus dem Gebäudekörper erhalten diese Wohnungen im Wohngeschoss eine Terrasse und gleichzeitig wird der Grundriss mit dem Gartenraum verzahnt. Die Idee des Reihenhauses wird verdeutlicht. Die Möglichkeit des Zuganges auf beiden Geschossen erhöht die Nutzungsmöglichkeiten dieser Wohnungen.

Aussenraum
Der Aussenraum bietet Orte unterschiedlicher Nutzungen, Atmosphären und Bezüge. Die Anordnung des Wegesystems erreicht neben effizienter Erschliessung der Adressen eine Markierung dieser Aufenthaltsräume und ihre Verwebung.
Die Vegetation unterstützt die gestalterische Gesamtidee. Grossbäume bilden das räumliche Gerüst für eine vielfältige, gartenstadt-inspirierte Auswahl blühender Sträucher und Hecken. Vier Zeilen von Blauglockenbäumen akzentuieren die gemeinschaftlichen Flächen, Chinesische Birnen fassen die Furttalstrasse.

Sequenz von Gemeinschaftsräumen:
Den Auftakt der Siedlung aus Richtung Furttalstrasse, Wehntalerstrasse, und Tram-/ Bushaltestelle bildet ein baumbeschützter erhobener Bereich, der sich als Treffpunkt und Vorplatz der Atelier- und Gewerberäume anbietet.
Ein Platz im Zentrum, zugleich Durchgangsraum und Aufenthaltsort, verbindet Wohnhäuser, Stadt, Sondernutzungen und Gemeinschaftsraum. Eine aufgeklappte Sitz-kante unter malerischen, mehrstämmigen Trompetenbäumen bildet darin einen intimen Ruhepunkt aus. Ein bodenbündiges Wasserelement belebt den Platz und lässt gleichzeitig Raum für grössere Anlässe.
Die Haupterschliessung wird zur internen Spielstrasse. Eine Erweiterung des Weges am Westrand der Siedlung dient als Kleinkinderspielplatz mit Fallschutz; ein infor-meller Bereich am Südrand zum Grillieren und als Spielplatz für ältere Kinder.

Privatgärten:
Die Eingangsbereiche- und Wege auf der Nordseite der W-O liegenden Zeilen werden durch lineare, fassadenparallele Schnitthecken betont. Hierzu kontrastierend sind die Schnitthecken auf der Südseite als Gärten trennende Elemente quer zu den Häusern angeordnet.
Die Gärten schliessen im Süden mit einer weichen Kante von 1.5-5m hohen und breiten Sträuchern verschiedener Blüten-, Laubfarbe und Wuchsform.

, Wohn- und Geschäftshaushaus, Zürich 2004–2007

Schöneggstrasse 27

Der Neubau für die Baugenossenschaft homelab, der das Grundstück zwischen Schönegg- und Sihlhallenstrasse maximal ausnützt, enthält ebenerdig einen Verkaufs- oder Büroraum, pro Obergeschoss je eine 125qm grosse Wohnung mit grosszügiger Terrasse und im Dachgeschoss eine 81qm grosse Attikawohnung.
Die Wohnungen in den Normalgeschossen sind in drei unterschiedlich hohe Zonen aufgeteilt, die sich flexibel ausbauen lassen. Die Mieter konnten jeweils zwischen einem Lofttyp und einer ausgebauten Wohnung wählen, wobei je nach Anzahl Zwischenwänden Optionen zwischen einer Drei- und Fünfzimmerwohnung bestehen.
Die beiden Fassaden an der Schönegg- und an der Sihlhallenstrasse sind grundsätzlich gleichartig ausgebildet. Es wird nicht zwischen einer Vorder- und Rückfassade unterschieden. Konsequenterweise kann die luxuriöse Eingangshalle von beiden Seiten betreten werden. Auch die Verkaufsfläche im Erdgeschoss verfügt an beiden Strassen über grossformatige Schaufenster mit je einem Eingang. Die Fassade besteht aus einer verputzten, polychrom gestalteten Gebäudehülle mit grosszügigen Fenstern. Der grosse Fensteranteil bringt viel Licht in die Innenräume. Dennoch fühlt man sich durch die Brüstungen in allen Räumen den Nachbarn gegenüber nicht ausgestellt. Je ein Erker auf der Schönegg- und der Sihlhallestrassenseite erlauben Ausblicke in die Strassenfluchten. Auf der ruhigen Sihlhallestrassenseite wurde die Fassadenabwicklung zusätzlich durch den eingezogenen Balkon vergrössert, so dass der grösste Teil der Wohnungen von dieser ruhigeren Seite natürlich belüftet werden können.

, Studienauftrag Wohnüberbauung in Zürich-Riesbach 2001

Burgmatte

Zwei skulpturale Baukörper stehen entlang der Schmalseiten des Grundstücks. Die einfache Baustruktur gliedert die Grundrisse in eine Zimmer- und eine Wohn/Essschicht. Später Veränderungen bleiben so möglich. Ein Zimmer pro Wohnung kann direkt vom Treppenhaus erschlossen werden. Die Nasszellen sind zentral an der Grenze zwischen zwei Wohnungen angeordnet. Alle Badezimmer verfügen über natürliche Belichtung und Belüftung. Die Küchen bilden mit den Wohnräumen eine Einheit, können aber auch abgetrennt werden. Die Fassaden sind nicht nach Nutzung differenziert: Ein grosszügiges Bandfenster erstreckt sich vor sämtlichen Räumen und unterstreicht so das räumliche Kontinuum innerhalb der Wohnungen.

Während die drei Obergeschosse und das Dachgeschoss grundsätzlich gleich ausgebildet sind, werden im Erdgeschoss zusätzliche, das Wohnen ergänzende, Nutzungen angeboten: Ateliers, Hobbyräume, Veloräume, Waschküchen, ein Siedlungsbüro und grosszügie Eingänge zu den Treppenhäusern. Der offene Raum unter dem westlichen, geknickten Gebäudekörper schafft zudem den Übergang vom intimeren Hofraum zu einer Vorgartenzone an der August-Forell-Strasse. Auf diese Art und Weise können problematische Erdgeschosswohnungen vermieden und eine städtebaulich befriedigende Lösung des Aussenraums angeboten werden. Die ganze Anlage erhält einen einladenden, eleganten und repräsentativen Charakter.

, Wettbewerb Wohnüberbauung, Zürich 1999, Ankauf

Hegianwand

Die Bauherrschaft, eine grosse, traditionsreiche Zürcher Baugenossenschaft, stellte die Aufgabe in nächster Nachbarschaft zu ihren bereits bestehenden Siedlungen, weiteren, innovativen und flexiblen Wohnraum zu erstellen. Das Grundstück liegt leicht erhöht über der Stadt am Fusse des Üetlibergs im genossenschaftlich geprägten Friesenbergquartier. Oberhalb stehen quer zum Hang idyllische Reihenhauszeilen aus den vierziger Jahren mit niedriger Bebauungsdichte, während auf der Talseite zwei Hochhäuser mit Alterswohnungen aus den sechziger Jahren einen starken Kontrast dazu setzen. Unser Projekt versucht sowohl durch seine Volumetrie wie auch mit seinen Aussenräumen einen Übergang zwischen den beiden Nachbarn zu schaffen: Drei abgewinkelte, talwärts ansteigende Baukörper setzen einerseits die Zeilen der Reihenhaussiedlung fort, treten anderseits aber auch als prägnante Einzelbauten in Erscheinung. Die schmalen, durch Privatgärten geprägten, Räume zwischen den Reihenhauszeilen gehen über in eine terrassierte, parkartige Landschaft mit grossen Obstbäumen, um an einer geschwungenen Terrainkante über der Tiefgarrage ihren Abschluss zu finden. Mit der abgewinkelten Form der drei Bautkörper entstehen spannende Aussenräume, es lassen sich sowohl Ost/West- wie auch Nord/Süd-Wohnungen anbieten und alle Wohnungen geniessen die Aussicht Richtung Stadt und über den weiten Horizont. Eine flexible Baustruktur ermöglicht eine grosse Bandbreite an verschiedenen Wohnungstypen. Ihnen allen gemeinsam ist ein grosszügiger Wohnbereich (zum Teil mit offener Küche) der sich von Fassade zu Fassade spannt. Ein wichtiges Thema waren uns die Erschliessung und die die Übergänge von den privaten zu den öffentlichen Räumen: Man gelangt von der Hegianwandstrasse über einen geschwungenen länglichen Platz zu den drei Häusern. Aus der unter dem Platz liegenden Tiefgarage gelangt man über helle Aufgänge zu den Enden der drei Häuser. Breite Laubengänge auf der attraktiven Süd- und Ostseite der Gebäude führen zu den einzelnen, natürlich belichteten Treppenhäusern. Direkt an den Laubengängen bilden unterschiedlich nutzbare Ateliers eine ergänzung zu den unterschiedlich grossen Wohnungen.